{"id":46,"date":"2014-04-21T11:02:19","date_gmt":"2014-04-21T11:02:19","guid":{"rendered":"http:\/\/hallino.net\/?p=46"},"modified":"2014-04-21T11:07:11","modified_gmt":"2014-04-21T11:07:11","slug":"46","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallino.net\/?p=46","title":{"rendered":"Nur mit seinen H\u00e4nden!"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\"><!--\nPRE.cjk { font-family: \"DejaVu Sans\",monospace; }P { margin-bottom: 0.21cm; }\n--><\/style>\n<h2>Nicht vor dem Schlafengehen oder dem Mittagessen lesen!<\/h2>\n<p class=\"western\">Pl\u00f6tzlich sah er sie. Nicht weit entfernt trippelte sie mit leichtem Schritt. Er rieb die H\u00e4nde und versp\u00fcrte den Zwang, sich auf sie zu st\u00fcrzen. Nein, er mu\u00dfte sich beherrschen, sonst bemerkte sie ihn und floh. Er bewegte sich in ihre Richtung.<!--more--><\/p>\n<p class=\"western\">Wie wohl ihr Name war? Klara, Gertrud oder&#8230;? Er schaute sie von hinten an. Ihr Hinterteil war rund gew\u00f6lbt und lief spitz zu. Martha entschied er. Er gab seinen Opfern immer Namen. Er brauchte diese pers\u00f6nliche Beziehung. Einmal hatte er vergessen, einen Namen zu geben. Die Tat hatte ihn hinterher gelangweilt. Es hatte der Kick gefehlt. Aber wenn sie einen Namen hatten, war er ihnen n\u00e4her. Und n\u00e4her wollte er Martha kommen. Sehr nahe.<\/p>\n<p class=\"western\">Ahnungslos bewegte sie sich weiter, gefolgt von seinem Schatten. Leicht ber\u00fchrte der Schatten sie. Er zuckte zur\u00fcck. Ob sie ihn gesp\u00fcrt hatte? Sie schritt ahnungslos weiter. Leicht streckte er die H\u00e4nde, machte sie geschmeidig. Diese H\u00e4nde sollte sie sp\u00fcren. Oft hatte er \u00fcberlegt, ob er ein Messer oder aber eine Axt nehmen sollte. Er sch\u00fcttelte wieder den Kopf. Ihm schauderte. Das Blut w\u00fcrde spritzen und ihn eventuell beflecken oder er w\u00fcrde nur ein Loch in Marta erzeugen. Dabei suchte er doch die innige N\u00e4he. Ein Hilfsmittel w\u00fcrde Abstand erzeugen.<\/p>\n<p class=\"western\">Marta t\u00e4nzelte weiter. Sie schien vergn\u00fcgt zu sein. Er faltete die H\u00e4nde und dr\u00fcckte sie weit auseinander. Er brauchte die Geschmeidigkeit seiner H\u00e4nde, dann w\u00fcrde er auch Martha bekommen, wie er sie alle bekommen hatte. Martha hatte sich ein bisschen entfernt. Er wurde nachl\u00e4ssig. Schnell schob er sich n\u00e4her an sie heran. Alle hatte er nicht zu fassen bekommen. Edith war ihm entfleucht, entflogen. Er l\u00e4chelte. Edith musste noch sehr jung gewesen sein. Sie hatte noch einen kleinen zarten K\u00f6rper, doch als er zugriff, entschwand sie. Stundenlang hatte er ruhelos nach ihr gesucht. Nichts.<\/p>\n<p class=\"western\">Martha w\u00fcrde er fassen. Seine H\u00e4nde streichelten sich gegenseitig. Er fing an, die k\u00f6rperliche N\u00e4he zu Martha, zu suchen. Langsam schob er sich heran. Und wieder ber\u00fchrte, ja streichelte sein Schatten Martha. Sie beschleunigte ihren Schritt. Er f\u00fchlte das Herz schneller schlagen. Zart dr\u00fcckte er sich an die Wand. Erste Schwei\u00dfperlen glitzerten auf seiner Stirn. Er n\u00e4herte sich Martha. Sein Atem stockte. Die Hand streckte er in ihre Richtung. Mitten in der Bewegung hielt er inne. Martha war stehengeblieben, vor ihm, in Reichweite.<\/p>\n<p class=\"western\">Er z\u00f6gerte noch, mu\u00dfte kurz schlucken und dann schlug die rechte Hand erbarmungslos zu. Er ergriff Martha. Seine Hand erfasste Martha&#8217;s K\u00f6rper. Sie zappelte, versuchte sich seinem Griff zu entziehen und strampelte. Ihr K\u00f6rper entwand sich langsam der Umklammerung. Seine linke Hand krallte sich zus\u00e4tzlich um ihren K\u00f6rper. Martha war eingeschlossen. Sie surrte, schnurrte, kreischte und ihr ganzer K\u00f6rper wehrte sich. Die H\u00e4nde erh\u00f6hten den Druck. Der Schwei\u00df bedeckte mittlerweile sein blutunterlaufendes Gesicht. Er sp\u00fcrte wie Martha in Todesangst sich aus der Umklammerung befreien wollte. Er dr\u00fcckte seine H\u00e4nde st\u00e4rker zusammen, bis sie sich wei\u00df einf\u00e4rbten. Und z\u00e4rtlich, fast singend h\u00f6rte er den Ton, diesen s\u00fc\u00dfen Klang auf den er gewartet hatte. Dieses Knack, das immer entstand, wenn etwas zerbrach.<\/p>\n<p class=\"western\">Er lie\u00df sich gegen die Wand fallen, die Arme weit von sich gestreckt und \u00f6ffnete die H\u00e4nde. Er lie\u00df das zerbrochene Opfer fallen und schloss die Augen. Sein Atem ging schnell. Er rieb seine Brust und sog die Luft kr\u00e4ftig ein, schloss den Mund und blies nach einer kurzen Pause den Inhalt der Lunge aus. Allm\u00e4hlich beruhigte er sich wieder.<\/p>\n<p class=\"western\">Er \u00f6ffnete die Augen und suchte nach dem Opfer. Da lag es. Nein, es schwamm in einer Br\u00fche. &#8222;Mist&#8220;, entfuhr es ihm. Martha trieb zwischen Erbsen und Blumenkohl direkt auf eine Karottenscheibe zu. Ihr schwarzer K\u00f6rper glitt durch die Fettaugen. Ihre durchsichtig schimmernden Fl\u00fcgel waren weit ausgebreitet. Ein Ekel stieg in ihm auf. Er sch\u00fcttelte sich. Jetzt hatte er die verdammte Fliege in seine Suppe fallen lassen.<\/p>\n<h2><\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht vor dem Schlafengehen oder dem Mittagessen lesen! Pl\u00f6tzlich sah er sie. Nicht weit entfernt trippelte sie mit leichtem Schritt. Er rieb die H\u00e4nde und versp\u00fcrte den Zwang, sich auf sie zu st\u00fcrzen. Nein, er mu\u00dfte sich beherrschen, sonst bemerkte sie ihn und floh. 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