{"id":240,"date":"2018-03-26T08:41:23","date_gmt":"2018-03-26T08:41:23","guid":{"rendered":"http:\/\/hallino.net\/?p=240"},"modified":"2018-03-26T08:41:23","modified_gmt":"2018-03-26T08:41:23","slug":"tafeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallino.net\/?p=240","title":{"rendered":"Tafeln!"},"content":{"rendered":"<h5>Gnaden-Lose Siez\u00e4hlung \u00ad\u2013Gendergerechtigkeit muss sein\u2013 als Ersatz, wahlweise kann hier Sie- oder Essatz eingesetzt werden, f\u00fcr eine nichtliterarische Abhandlung.<\/h5>\n<p><!--more--><br \/>\nGelernt haben wir das kleine Zweimaldrei an der Tafel in der Schule und die Ornithologie. Die Lehrer legten Wert auf Rechts-Schreibung. Mit Kreide wurden Zeichen in der Volksschule auf die Schieferfl\u00e4chen gekreischt. T\u00f6ne rauschten diestelhaftstechend \u00fcber den K\u00f6rper und prickelten sich schauderhaft in die aufgekratzte Haut. Mit Rechtschreibung hatte ich es nicht so. Fremdworte wie Orthografie, gab es nicht an der Schule des Volkes, der sp\u00e4teren Hauptschule.<\/p>\n<p>Das mittlere Viermalneun forderte uns stark.<\/p>\n<p>Wie die Hauptschule heute hei\u00dft, wo kaum jemand das Haupt erhoben hat, damals, wei\u00df ich nicht.<\/p>\n<p>Das hohe Siebenmalacht war anstrengend und das Formulieren von Texten, genannt Aufs\u00e4tze, st\u00fcmperte hinter mir her. Sp\u00e4ter auf der Schule, der Realen, die Gymnastische hatte ich nicht erreicht, parlierten wir Englisch, Mathematik wurde fabuliert und in Geschichte Jahreszahlen angesammelt. 3-3-3, die alexandrinische Keilerei. Mittelalter K\u00e4se mundet am Besten auf einem Graubrot, belegt mit Knofie und Zwiebeln. Paprika kann dem K\u00e4se untergeschoben und versteckt mit Zwiebelringen unterlegt werden.<\/p>\n<p>Aus dem Mittelalter, eingepanzert in einen christlichen Schrank, ersprossen Knochenreste, verwesende K\u00f6pfe erbl\u00fchten, eingestreichelt von Samaritern, pflanzten sie sich, ohne Gedanken zu tr\u00f6pfeln, fort und Zwiebeln, verfeinert mit Senf oder Ketchup, faulten vor sich hin und hinterlie\u00dfen pilzartige, klerikale Wucherungen.<\/p>\n<p>Unter einem verstaubten Holz, aufgebaut als Tisch, w\u00e4lzten sich Hunde, spielten miteinander im mittleren Alter, Katzenfl\u00f6he sollen unbewiesenerrma\u00dfen nicht beteiligt gewesen sein, kraulten sich den Nacken, w\u00e4hrend sie, heruntergefallene, von verschmutzter Holzoberfl\u00e4che, Brosamen vom Boden aufschlabberten, an Fleischklumpen unter den Tafeln sich labsamten, der herrschenden M\u00e4nnlichkeiten.<\/p>\n<p>Auszeiten vom Schlachten hatten sie sich auf den Feldern genommen, die Herren, ohne das erschlachtete Fleisch in K\u00fcchen zu garen oder mit Gew\u00fcrzen zu verfeinern, um mit d\u00e4mlich schlemmenden Frauen hoch oben \u00fcber den Tafeln Schlachtenreste zu verzehren.<\/p>\n<p>Bei einigen Herrschaften waren die Hunde an den sittsamen Tafeln ausgegangen, an denen sie prassten mit schlabbernd triefend h\u00e4ngenden M\u00e4ulern. Die Fl\u00f6he der Hunde waren geblieben, saugten sich an menschlichen Leibern unter den Tischen, den Ersatzhunden, mit an K\u00f6rpern h\u00e4ngenden fransenden Stoffen, fest. Von den verstaubten Tischen tropften M\u00fcnder auf menschliche K\u00f6rper. Brocken von Fleisch, vergoren waren sie, Gem\u00fcse und Beilagen rutschten in die ge\u00f6ffneten Lippen unterhalb des Tisches. Einige, nicht alle, glitten an Speichelstr\u00e4ngen oberhalb der Tischkante zwischen die Lippen der Ersatzhunde<\/p>\n<p>Good morning. Good morning.<\/p>\n<p>Hygienevorschriften w\u00fcrden heute verschleimte Lebensmittel an den Tafeln nicht erlauben, weil Schleim wird mit dem Anfertigen von Lieferscheinen beim Abholen der Waren kontrolliert.<\/p>\n<p>In den Schulen sollen die Tafeln durch Tabletts oder Whiteboard ersetzt werden. Schleimlos.<\/p>\n<p>Unter Tischen liegen, anstrengungslos, vorgekautes mit Lippen auffangen, schl\u00fcrfend eingeschlemmte Fl\u00fcssigkeiten mit der Spitze der Zunge einfangen und ausruhen mit nagenden Tierchen am Leib, hinterlassen von Hunden, geht gar nicht.<\/p>\n<p>Das Mitbringen von Hunden an Mittagstischen, von jesuitischen, genannt kirchlichen Einrichtungen, ist nicht erlaubt.<\/p>\n<p>Vor \u00fcber zweieinhalb Dekaden, den Tag oder die Minute wei\u00df ich nicht genau, keimte ein Pfl\u00e4nzelein. Eine Knospe soll sozial getrieben worden sein. Erbl\u00fchen wollte sie und demokratisch, um in einer tristen Welt nicht alles verwelken zu lassen und schuf, eingebettet in ein verknorpeltes Leben, austreten wollten es viele, ein zartes Leuchten. Heute liegen keine Hunde oder Menschen, von Parasiten in den Vorst\u00e4nden mag ich nicht sprechen, unter den Tischen der Herrschenden. Die Tafeln, das Pfl\u00e4nzchen, sammelte Lebensmittel f\u00fcr nahezu entsorgte Menschen.<\/p>\n<p>Drogens\u00fcchtige, Alkoholabh\u00e4ngige oder Menschen, die unverschuldet in Not geraten waren, wurden versorgt. Auch Verschuldete bekamen Kartoffeln, Wirsingkohl, beliebt war er nicht, Gurken, auch ohne vorgeschriebene Kr\u00fcmmung wurden genommen, Salate abgelehnt, wahrscheinlich weil sie vor dem Verzehr mit Wasser geschrubbt werden mussten, um Ungeziefer zu vernichten, das sich sozial in den oberen Schichten der EG-liten eingenistet hatte.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher, in den vaterl\u00e4ndischen Kriegen, lang ist es her, als Muttern, w\u00e4hrend der heroischen K\u00e4mpfe Kinder aufgezogen hatte, wurden die nahezu Entsorgten in Gr\u00e4ben, also ihre Kinder, in Kampfstellungen, mit Obst und weniger mit Gem\u00fcse, aber auch mit Gas versorgt, bevor die Endg\u00fcltigen nahezu unbemerkt in Steine eingemei\u00dfelt wurden, zum ewigen Gedenken.<\/p>\n<p>Das umherfliegende Fleisch, selbst erbeutet, durfte nach christlich-j\u00fcdischen Werten, erwachsen waren sie aus inniger und hei\u00dfer Zuneigung, die Werte, und Flammen der Liebe sollen aus der Neigung entsprungen sein und Mauern mit den darin betenden Menschen umschlungen haben und einige Synagogen mit Gl\u00e4ubigen darin sollen ungenie\u00dfbar verschmort sein in der christlich-j\u00fcdischen Welt, nicht verspeist werden.<\/p>\n<p>Nicht alle hielten sich an die Werte. Einige sollen selbst in dieser schwierigen Situation Grillfeuer entfacht haben, um sp\u00e4ter unter dem Mondlicht, zart legte es sich \u00fcber den Boden, spiegelte sich in den Pflanzen, glitzerte kurz auf und erleuchtete brennende Synagogen, um zu tafeln.<\/p>\n<p>Nach einer Dekade, vielleicht waren es auch nur Jahre, die sich zu mehren Monaten zusammengeschrammelt hatten, bei der Ausgabe von Tomaten hinter dem Holzthresen, niemand lag darunter, wurde gel\u00e4chelt und verteilt, manchmal auch geschnitten, um das Wenige einigerma\u00dfen gerecht zu verteilen. Das Ma\u00df der Verteilung konnte nicht immer eingehalten werden.<\/p>\n<p>Die Kunden bei den Tafeln, damals, einige stanken, chemische bohlenhafte Sekremente, also absterbende Ausscheidungen aus analen Kan\u00e4len oder abnorme Ger\u00fcche am K\u00f6rper, waren ihnen zu teuer, nahmen Waren von Superm\u00e4rkten, ohne sich in die Schlange zum Bezahlen einreihen zu m\u00fcssen, an. Sie standen in der Tafelschlange, ohne Tierchen auf der Haut. Sie nahmen das Wenige, eingeschr\u00f6dert hatte die Gesellschaft die Mittellosen, liebevoll an und verstauten die Lebensmittel in den mitgebrachten Plastikt\u00fcten.<\/p>\n<p>Zu Weihnachten, dem heiligen Fest, als der Herr, hinter dem sich die Menschen versteckten, geboren wurde, spendeten Schulen, gymnastische, in Schleifen gebundene und in Papier versteckte Geschenke f\u00fcr Menschen aus Mittelgebirgen, wie dem Hartz, auch wenn sie aus dem Hochgebirge oder von der K\u00fcste kamen. Die Eifel war trotz wissenschaftlicher Erkenntnis nicht betroffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gnaden-Lose Siez\u00e4hlung \u00ad\u2013Gendergerechtigkeit muss sein\u2013 als Ersatz, wahlweise kann hier Sie- oder Essatz eingesetzt werden, f\u00fcr eine nichtliterarische Abhandlung.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-240","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tales"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=240"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":244,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/240\/revisions\/244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}