{"id":179,"date":"2016-02-06T10:24:29","date_gmt":"2016-02-06T10:24:29","guid":{"rendered":"http:\/\/hallino.net\/?p=179"},"modified":"2016-02-06T10:24:29","modified_gmt":"2016-02-06T10:24:29","slug":"pandekten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallino.net\/?p=179","title":{"rendered":"Pandekten"},"content":{"rendered":"<h2>Eine G\u00f6ttinger Geschichte.<\/h2>\n<p>Im Jahre des Herren anno 1832, als in Paris anl\u00e4sslich der Beerdigung des napoleonischen Generals Lamarque, Republikaner war er gewesen, Aufst\u00e4ndische in den Stra\u00dfen Barrikaden errichteten, wurden k\u00f6nigliche wei\u00dfblaue bayrische Farben f\u00fcr Otto den Ersten als Fahne, \u00fcber den Letzten gibt es noch keine Aufzeichnungen, nach Griechenland exportiert und im Deutschen Bund schwarzrotgoldener Stoff nach einer Feier auf der Maxburg verboten, bezog Otto Eduard Leopold unter anderem von Sch\u00f6nhausen, eine Studentenbude in der unteren Blutstra\u00dfe nahe dem Markt und nat\u00fcrlich auch dem Kornmarkt, obwohl er bis heute, der Markt des Kornes nur ein Fitzelchen eines Weges ist, um als Pantheist sich f\u00fcr den diplomatischen Dienst ausbilden zu lassen. Eduard, dessen Rufname Otto war, werde ich in Folge, um Verwechselungen mit dem letzten blauwei\u00dfen Griechen zu vermeiden, Leopold nennen. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es eine Blutstra\u00dfe, wie es auch eine Franziskanerstra\u00dfe gibt, in G\u00f6ttingen.<!--more--><\/p>\n<p>Leopold, also der Eduard, gerufen als Otto, nahm als knabenhafter J\u00fcngling, siebzehnj\u00e4hrig, anno damals, ein Studium in der Pandektenanstalt auf. Von der Blutstra\u00dfe zur Anstalt waren es wenig mehr als hundert Meter. Nein, durch die Franziskanerstra\u00dfe musste er ebenso wenig wie \u00fcber das Fitzelchen des Kornes gehen. Auch sp\u00e4ter nicht, als er nicht mehr in der Blutstra\u00dfe wohnen durfte.<\/p>\n<p>Wie meinen? Sie haben in G\u00f6ttingen studiert und kennen weder eine Blut- noch eine Franzikanerstra\u00dfe. Der Leopold hat es versucht, zu studieren, damals. Also die Franziskanerstra\u00dfe ist eine Parallelstra\u00dfe zur Blutstra\u00dfe, vielleicht hilft ihnen das weiter. Behindert worden ist der Leopold, weil er innerhalb eines Jahres vierzehn Mensuren ausgefochten haben soll, so hat er dem \u00e4lterem Bruder geschrieben, der ein erkranktes Pferd gekauft haben soll. Die Stra\u00dfe auf der anderen Seite des Blutes, bitte, die Franziskanerstra\u00dfe hei\u00dft nat\u00fcrlich anders. Die Stra\u00dfe zum ehemaligen Dominikanerkloster hei\u00dft ja auch Papendiek.<\/p>\n<p>Der Pedell, der Universit\u00e4tspolizist, f\u00fcrsorglich wie er war, stellte dem Leopold mehrmals ein Zimmer im Karzer, dem Universit\u00e4tsgef\u00e4ngnis, zur Verf\u00fcgung. Haben sie eventuell dar\u00fcber nachgedacht, dass Blut eine Farbe hat und danach eine Stra\u00dfe benannt worden sein k\u00f6nnte, nach der Farbe. Die Franziskaner sind als Bettelorden barf\u00fc\u00dfig zum sp\u00e4teren Wilhelmsplatz in das Kloster marschiert, nicht in Reih und Glied, aber barf\u00fc\u00dfig, bitte denken sie nach. Nein, der sp\u00e4tere Wilhelm f\u00fcr den Platz von, ich wei\u00df nicht woher er kam, war damals noch nicht dabei. Leopold, der Edu, k\u00f6nnte manchmal, vielleicht auch \u00fcberhauptnicht zu einem Teich gewandert sein im Papendiek, dem Teich der Pfaffen, den sie zugesch\u00fcttet hatten, um eine Kirche f\u00fcr Pauliner zu bauen. Den Karzer, den G\u00f6ttinger, musste der Edu, also der Leopold, nicht mehr belegen. Ausgelagert wurde er an die Au\u00dfenseite des Walles in ein Universit\u00e4tshaus. Eine Schmach f\u00fcr einen zuk\u00fcnftigen Staatsmann. Die noch f\u00e4lligen Karzertage hat er sp\u00e4ter in Berlin abgesessen. Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang durfte der Leopold die Stadt nicht betreten. Nein, nicht Berlin. Bitte, wer betritt Berlin freiwillig? Ich wei\u00df, dass G\u00f6ttingen keinen Flughafen hat. Und Berlin kann sich keinen Wall leisten auf dem Hunde ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Die haben andere Schei\u00dfgebiete. Aber dieses Haus war eine einzige Dem\u00fctigung f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Kanzler des deutschen Reiches. Sie haben im Internet recherchiert und da gibt es keinen Leopold von Sch\u00f6nhausen als Reichskanzler.<\/p>\n<p>Vor dem Haus stand ich, letztens, wenige Zentimeter kleiner als der Leopold bin ich, den Hunden auf dem Wall beim Spaziergang ausweichend, ohne in gekr\u00fcmmter Haltung, das Haus der Dem\u00fctigung des Leopold betreten zu m\u00fcssen. \u00dcbrigens bei dem Herren von Sch\u00f6nhausen habe ich von unter anderem geschrieben. Gefangen in dem Haus war der Leopold des Nachts. Er h\u00e4tte, au\u00dferhalb der Stadt, vielleicht nach dem Sonnenuntergang \u00fcber die Landstra\u00dfe nach Reinhausen zur Landwehrsch\u00e4nke gehen k\u00f6nnen, um nicht in dem\u00fctiger geb\u00fcckter Haltung verharren zu m\u00fcssen, wobei das Haus von der B\u00fcrgerstra\u00dfe aus sich majest\u00e4tisch erhebt. Ehrlich, ich freue mich, das sie das Internet zu Recherchezwecken entdeckt haben.<br \/>\nDer Pedell, der Universit\u00e4tspolizist, kontrollierte auch die Sch\u00e4nken in den umliegenden D\u00f6rfern, deshalb zogen Studenten zum Feiern nach Bovenden und mieden Weende, weil Weende lag um die Stadt herum. Nein, die Landwehrsch\u00e4nke hat weder etwas mit Bovenden noch mit Weende gemeinsam, weil die D\u00f6rfer im Norden und die Sch\u00e4nke im S\u00fcden liegt. Tags\u00fcber konnte niemand dem Leopold den Zutritt zur Stadt verweigern, weil er Scheunengeld bezahlt hatte. Nachts k\u00f6nnte er vielleicht bis zur Gartesch\u00e4nke gelaufen sein oder nach Rosdorf. Wie meinen sie? Geismar liegt auch im S\u00fcden. Stimmt! Da sollte es auch liegen bleiben.<\/p>\n<p>Nein, die B\u00fcrgerstra\u00dfe ist nicht nach den Einwohnern der Stadt G\u00f6ttingen benannt worden. Das w\u00e4re ein Joke, an dem selbst der Baron von M\u00fcnchhausen seinen Spa\u00df gehabt h\u00e4tte. Ob damals noch Fuhrwerke mit Pferden in die Scheune, f\u00fcr die der Leopold mitbezahlt hatte, gefahren sind, wei\u00df ich nicht. Heute steht dort ein marodes Kaufhaus. Robert Gernhart wollte es verhindern. Pferdefuhrwerke habe ich dort noch nicht errochen im Kaufhaus. Obwohl manchmal, nicht \u00fcberall, w\u00e4re der Geruch von \u00c4pfeln der Pferde im Kaufhaus sehr angenehm. Sie kennen kein Scheunengeld im Studium. Der Leopold hat sp\u00e4ter als Otto auf dem Hainberg einen Turm, als eines der Unwahrzeichen der Stadt errichten lassen. Heute wird das Scheunengeld Studiengeb\u00fchren genannt. Heinrich Heine hat es auch gezahlt, das Scheunengeld, der wenige Jahre bevor der Leopold G\u00f6ttingen betreten hat, zur einer Harzreise aufgebrochen ist. In der H\u00f6he von Bovenden schreibt er von der Pandektenscheune. Nat\u00fcrlich h\u00e4tte Heine \u00fcber die Landwehr- und die Gartesch\u00e4nke den Harz \u00fcber den S\u00fcden erwandern k\u00f6nnen. Vielleicht kannte er die S\u00fcdstadt nicht so gut, weil er innerhalb des Walles wohnen durfte. Sie haben recht, der Leopold h\u00e4tte den s\u00fcdlichen Weg genommen. Aber w\u00e4re er weit gekommen? Der Turm des Ottos, auf der h\u00f6chsten Stelle des Berges w\u00e4re bei den Problemen, die wir mit dem M\u00fcll haben, auch als Halde geeignet. Allerdings werden Halden in G\u00f6ttingen ausgelagert. Der Turm des Leopold, Eduard und des Ottos steht heute noch im Stadtwald, nutzlos auf dem Gipfel eines H\u00fcgels, allerdings nicht majest\u00e4tisch sondern nur arrogant als aufgemauerter Bauschutt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine G\u00f6ttinger Geschichte. 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