{"id":145,"date":"2015-04-07T10:53:27","date_gmt":"2015-04-07T10:53:27","guid":{"rendered":"http:\/\/hallino.net\/?p=145"},"modified":"2015-04-07T10:54:17","modified_gmt":"2015-04-07T10:54:17","slug":"trockenrasur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallino.net\/?p=145","title":{"rendered":"Trockenrasur"},"content":{"rendered":"<h2>Gedanken zum Staat!<\/h2>\n<p>&#8222;L&#8217;etat, ce moi!&#8220; Ludwig der XIV soll die Worte gesprochen haben, als die Sonne, die herrschte.<!--more--><\/p>\n<p>Den Staat lie\u00df sie erstrahlen und der K\u00f6nig, der Staat, leuchtete brennend auf Untertanen herab. Strahlen, wenige, erreichten Feldfurchen. Menschen vergl\u00fchten bei der Arbeit. Einige, nicht alle, verbrannten. Tropfen fielen aus Wolken, sickerten in die Erde und trieben kleine Wurzeln des Lebens in den Boden. Hinter Wolken versteckte sich der K\u00f6nig beim Verwurzeln und d\u00f6rrte mit seiner Strahlkraft die Furchen aus. Eigentum hatte der K\u00f6nig der Sonne an dem Staat und den Menschen. Die Wurzeln trockneten aus und mit ihm das Leben.<\/p>\n<p>Auf den Feldern arbeiteten Menschen. Nicht nur! Auch Frauen und M\u00e4nner setzten Pflanzen, um Tropfen des Himmels in den Furchen zu nutzen. Die Sonne des Staates perlte das Wasser in der Luft. Entfruchtet war das Land und der Staat. Kinder, nicht Menschen, ernteten Fr\u00fcchte. Die Sonne verzehrte die Fr\u00fcchte. Der Brand der Sonne legte sich schmerzend auf die R\u00fccken der Frauen und M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Die Kinder krabbelten in den Furchen, n\u00e4ssten sich ein, und pflanzten mit dem N\u00e4ssen und den H\u00e4nden Samen in den von der Sonne ausged\u00f6rrten Boden ein. Das Licht brannte. Die Sonne labte sich an verbrannten aufkommenden Leben. Einem nachfolgenden Licht, es hatte noch nicht einmal geblinzelt, Ludwig dem XVI, haben Menschen den Hals vom K\u00f6rper abgetrennt. Pflanzen wuchsen weiter, halslos. Blut soll geflossen sein. Gesprungen sind Tropfen \u00fcber Kopfsteine, aufgeplatzt, sollen sie kopflos in Ritzen versickert sein. Die Furchen der Wurzeln auf den Feldern zur Befruchtung sollen sie nicht erreicht haben.<\/p>\n<p>Auf K\u00f6pfen haben sie getanzt, die Tropfen. Herrscher hatten die Felder nie betreten. Das Sonnenherrscherblut str\u00f6mte durch die Stra\u00dfen! Menschen erinnerten sich an den XIV, als sie dem XVI den Kopf mit einem Fallbeil entsorgten und versuchten den Staat mit den Feldern, darauf wuchsen die Pflanzen als Nahrung f\u00fcr Menschenkinder, einzunehmen. Blutperlen h\u00fcpften auf den K\u00f6pfen des Pflasters.<\/p>\n<p>Auf den Feldern sprangen die Kinder, wenn der Regen perlend die Pflanzen benetzte. Perlen aus Blut rannen in Zwischenr\u00e4ume von Steinen, bedeckt, sp\u00e4ter, vom Kot der Tiere, nicht nur. Auch menschliche Ausscheidung d\u00e4mmte das r\u00f6tliche Blitzen zwischen den Fugen.<\/p>\n<p>Die Freiheit des Staates wollten die Menschen. Die Sonne hatte sie ihnen verwehrt. Die Macht, der Staat, bestimmte das Leben. Perlen, rot, spritzten sie in die Augen. Der XVI wurde abgeschlachtet wie ein Schwein. Nicht wirklich. Ein Schwein wird mit einem Bolzengeschoss bet\u00e4ubt, bevor es abgestochen wird. Der XVI war bet\u00e4ubt von der Macht des XIV, als das Fallbeil fiel.<\/p>\n<p>Frauen strickten Muster in Stoffe und formten danach mit Nadeln Beilmuster ein. Kurz kniffen sie die Augen zusammen, weil das Licht der Tropfen sie blendete. Die Macht des K\u00f6nigs \u00fcber den Staat wurde mit der Rasierklinge der Nation durchtrennt, beim Stricken, meinten die Frauen, als sie kn\u00fcddelten. Einige Maschen schlugen sie links \u00fcber die Nadel, andere rechts und versuchten ein Gebilde zu erschaffen, den Staat, der ihnen, den Menschen, diente und nicht sie ihm. Keine Untertanen wollten sie sein, sondern B\u00fcrger. Den Staat, das Konstrukt des Zusammenlebens der Menschen, wollten sie erhalten, als der Kopf der Restsonne, verblasst war sie, halslos, \u00fcber die Steine rollte.<\/p>\n<p>Das Pflaster gab den Strickerinnen Sicherheit, wie der Staat, den sie meinten erobert zu haben. Beim Gehen \u00fcber das Pflaster rutschten sie in Zwischenr\u00e4ume und viele stolperten. Der Boden, auf dem sie gingen und f\u00fcr den sie gestrickt hatten, war glatt. Mit den Abs\u00e4tzen staksten sie in die Zwischenr\u00e4ume der K\u00f6pfe von Steinen. Damals rutschen sie nicht aus in den R\u00e4umen zwischen den K\u00f6pfen. Einen glattem Boden zum Ausrutschen gab es noch nicht. Die blutroten Perlen tropften und schufen eine Vertretung f\u00fcr Menschen. Zu pflanzen begannen sie, die Menschen. Einige sollen sogar gebacken haben, andere hingegen sollen zur Sch\u00fcrfung von Metallen unter die Erde eingefahren sein.<\/p>\n<p>Nachdem die ehemals staatliche Sonne untergegangen war, vom Firmament war sie abgeschnitten worden, fasste sich das Volk und wickelte die Klingen in T\u00fccher ein. Kurz, sehr kurz, w\u00fcrmelten sich Triebe in den Boden des Lebens ein, keimten auf und erschufen Neues. Die Rasierklingen der Nation wurden beiseite ger\u00e4umt in T\u00fcchern. Die Nahrung aus Furchen, gesetzt hatten sie Strickerinnen in den Pausen der Klinge der Nation, nicht die Furchen, sondern die Nahrung f\u00fcr ihr Leben und das Leben trieb aufw\u00e4rts \u00fcber die Furchen hinaus.<\/p>\n<p>Notwendig waren die Triebe. Sie spendeten Schatten f\u00fcr weitere Triebe. Eine Volksvertretung wurde gew\u00e4hlt. Sie traten nach der Wahl \u00fcber ein Land, das der XII, XIIIV oder XVI nie betreten hatte. Unbeholfen bewegten sie sich \u00fcber den Boden. \u00dcber Furchen waren sie geschwebt und zertraten das Leben von Pflanzen mit F\u00fc\u00dfen. Fremd waren ihnen die aufkommenden Triebe. Keimlinge, frisch einges\u00e4t und das Leben der Bl\u00fcten wurden erstickt durch Tritte. Eine K\u00e4lte zog \u00fcber das Land, obwohl der Winter ausgefallen war. Die Strickerinnen w\u00e4rmten mit den Pullovern nicht mehr.<\/p>\n<p>Strickkurse gibt es heute kaum noch und wenn, zwei links, zwei rechts, nur bei Volkshochschulen. Muster, zumal Rasierklingenmuster, eingestrickt in Gedanken, werden nicht angeboten von den freien, staatlichen Einrichtungen. Niemand, fast keiner, rasiert sich heute trocken mit einer Klinge und die gro\u00dfen Klingen der Nation, f\u00fcr den Wildwuchs von Staaten, werden auf dem Markt, dem Freien, nicht angeboten. Das Pflaster mit den K\u00f6pfen von Steinen ist \u00fcberteert worden zur Beruhigung der Anwohner, wegen der L\u00e4rmbel\u00e4stigung.<\/p>\n<p>Auf gegl\u00e4tteten Stra\u00dfen rollen Becher, Flaschen, Kippen und werden morgens von der Stadtreinigung entsorgt. Gro\u00dfe K\u00f6pfe rumpeln nicht h\u00f6rbar \u00fcber den Asphalt. Kleine, unbedeutende, explodieren in Gettos durch Waffen aus guter Produktion von feinster Qualit\u00e4t. Privat, bei Feiern, wird Tee mit Geb\u00e4ck gereicht. Frisch rasiert, trocken mit einem Apparat oder nass mit einer Metallschneide wird Schaum geschlagen \u00fcber Haare im Gesicht und am Hals. Manchmal, nicht immer, tropft es beim Rasieren blutrot auf die Brust. Die Trockenrasur mit der Klinge gab es nicht mehr. Abgeschafft wurde sie nach dem Stricken. Die Rasur hatte einen Staat erschaffen, der geformt werden musste.<\/p>\n<p>Nicht von Herrschern! Derweil drehte sich die Sonne, feststehend verankert. Im Licht, dem eigenen, erklommen M\u00e4nner den Gipfel der Freiheit. Nicht alle. Einige, wenige, rutschten am Berg der Freiheit und des Ertrages aus, zerfetzen ihren K\u00f6rper und lagen millionenfach zerst\u00fcckelt mit Kindern am Boden. Bitte, Frauen k\u00f6nnen nicht klettern, mit Br\u00fcsten und daran h\u00e4ngenden, saugenden M\u00e4ulern. Die Treter des Volkes, gew\u00e4hlt in Kammern, sp\u00e4ter in Parlamente, kletterten nicht und hatten keine s\u00e4ugenden M\u00e4uler am K\u00f6rper, aber stiegen, nicht auf einen Berg, sondern im Staat, der Schnittstelle der Macht, die er nicht mehr hatte. Die Klinge der Nation hatte die Stelle zum Schneiden verloren.<\/p>\n<p>Gestrickt wurde musterlos, wenn Wolle, es gibt nicht \u00fcberall Schafe, die sich schlachten oder nur scheren lassen, w\u00e4rmend mit spitzen Nadeln zu Pullovern gebildet wurde. Die Treter des Volkes konnten nicht stricken. Wenige schnitten ihr Brot selber, wegen dem Messer, mit dem man h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p>Wobei, einige Treter hatten, umgangssprachlich bezeichnet, einen Arsch in der Hose, nicht viele. Sie versuchten aufrecht zu gehen. Dabei tropfte der Abfall des eigenen K\u00f6rpers die Beine hinunter und entleerte die F\u00fcllung, die dem Arsch sein Gesicht gegeben hatte. Der Staat, Gel\u00e4chter erschallte aus T\u00fcrmen, rutschte mit F\u00e4kalien auf die F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zum Staat! &#8222;L&#8217;etat, ce moi!&#8220; Ludwig der XIV soll die Worte gesprochen haben, als die Sonne, die herrschte.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-145","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tales"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=145"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":147,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/145\/revisions\/147"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallino.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}